Von der Idee zum ersten Satz eines Romans

Wie passiert das eigentlich? Einen Roman schreiben. Setzt man sich an den Computer und zwingt sich anzufangen? Oder erscheint die ganze Geschichte im Kopf und der Rest geht von ganz alleine?

Bei mir war es eine Mischung von Beidem. Ich bin eines Tages mit meinen Hunden spazieren gegangen und stand auf einem Hügel. Als ich herunter ging, sah ich die Landschaft des Buches vor meinem geistigen Auge. Auch die Personen, die in dieser Szene vorkommen, konnte ich sehen und ihre Worte hören.
Da war sie: eine prägnante, tragende Szene, die auch so im Buch beschrieben ist.

Ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass daraus ein Buch entstehen würde. Während der folgenden Tage und weiteren Spaziergänge wurde die Szene detailreicher und machte mir viel Freude.

Erst eine Woche nach dem ersten Gedanken wurde mir bewusst, dass daraus ein Buch werden könnte. Da ich bis zu jenem Zeitpunkt nur Kurzgeschichten geschrieben hatte, erschien mir die Idee eines Romans noch etwas utopisch.
Doch eines Abends (vielleicht war es auch am helllichten Tag) setze ich mich im August 2022 an meinen Computer und schrieb den ersten Satz.

Die Geschichte um die vorgestellte Szene entstand und wollte geschrieben werden. Hier und da gab es Szenen, die mir schwer fielen. Und dann, plötzlich, waren zehn neue Seiten geschrieben.

Im März oder April 2023 schrieb ich den letzten Satz des Romans. Dann begann eine ganz andere Arbeit. Lektorat und Korrektorat und Layout und Cover und... Aber das ist eine andere Geschichte.